300. MitraClip-Implantation im HKZ Rotenburg
Ein weiterer Meilenstein für die moderne Herzmedizin: Am Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg ist jetzt die 300. MitraClip-Implantation erfolgreich durchgeführt worden. Die minimalinvasive Therapie zur Behandlung der Mitralklappeninsuffizienz hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen und stetig wachsenden Bestandteil des Behandlungsspektrums entwickelt.
Mit inzwischen jährlich zwischen 60 bis 80 Eingriffen nimmt die MitraClip-Therapie inzwischen einen hohen Stellenwert in der Versorgung ein – insbesondere für Patientinnen und Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff mit einem erhöhten Risiko verbunden wäre.
Etabliert für Hochrisikopatienten
Die Mitralklappeninsuffizienz gehört zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Während die Operation für viele Betroffene weiterhin die Therapie der Wahl darstellt, bietet das kathetergestützte Mitralklappen-Clipping eine schonende Alternative für ausgewählte Patientengruppen. Gerade ältere, multimorbide Patientinnen und Patienten profitieren von dem minimalinvasiven Verfahren, bei dem über die Leistenvene ein Clip an der Mitralklappe platziert wird, um den Rückfluss des Blutes zu verringern – ganz ohne Öffnung des Brustkorbs.
Klare Regeln: erst Medikamente, dann Intervention
Am Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg erfolgt der Einsatz der MitraClip-Therapie strikt leitliniengerecht. Zunächst wird die medikamentöse Behandlung vollständig ausgeschöpft. Erst wenn diese nicht mehr ausreichend greift und weiterhin relevante Beschwerden bestehen, prüft ein interdisziplinäres Herzteam sorgfältig die Indikation für den Eingriff.
Diese strukturierte Herangehensweise stellt sicher, dass die Therapie gezielt dort eingesetzt wird, wo sie den größten Nutzen bringt – bei Patientinnen und Patienten mit hohem Operationsrisiko und geeigneter anatomischer Voraussetzung.
Wachstum mit System
Dass mittlerweile die 300. Implantation erreicht wurde, ist auch Ausdruck einer gezielten Weiterentwicklung der minimalinvasiven Therapieangebote am Standort. Innerhalb von nur zwei Jahren hat sich das Verfahren dynamisch entwickelt und ist heute aus dem klinischen Alltag nicht mehr wegzudenken.
Teamarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Der Eingriff selbst ist hochkomplex – und nur durch das Zusammenspiel vieler Berufsgruppen möglich. Neben den interventionellen Kardiologinnen und Kardiologen und den Anästhesisten sind insbesondere die Ärztinnen und Pflegekräfte der Intermediate Care Station (IMC) sowie die Pflege der Anästhesie und des OPs zentrale Säulen des Behandlungserfolgs. Sie gewährleisten eine engmaschige Betreuung vor, während und nach dem Eingriff und tragen maßgeblich zur Patientensicherheit bei. Ergänzt wird das Team durch spezialisierte Echokardiographie-Expertinnen und -Experten sowie medizinisch-technisches Personal im Herzkatheterlabor.
„Ein starkes Angebot für unsere Patienten“
„Die 300. MitraClip-Implantation zeigt, wie stark sich dieses Verfahren etabliert hat“, sagt Prof. Dr. Marcus Franz, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin. „Für viele unserer Patientinnen und Patienten ist es oft die einzige Möglichkeit, ihre Beschwerden wirksam zu lindern – und das auf einem sehr schonenden Weg.“
Auch aus Unternehmenssicht hat die Entwicklung eine klare strategische Bedeutung. „Eine leistungsstarke kardiologisch-herzchirurgische Versorgung ist ein zentraler Baustein für die Zukunft unseres Hauses“, betont Klinikgeschäftsführer Sebastian Mock. „Gerade mit Blick auf den kommenden Umzug nach Bad Hersfeld ist es unser Anspruch, moderne Hochleistungsmedizin weiter auszubauen und den Patientinnen und Patienten in der Region und darüber hinaus auch künftig eine exzellente Versorgung auf höchstem Niveau zu bieten.“
Mit dem Erreichen der 300. Implantation unterstreicht das Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg seine Rolle als etablierter Anbieter innovativer Herzklappentherapien – und setzt zugleich ein klares Zeichen für die Zukunft der kardiovaskulären Medizin in der Region.

Bildunterschrift: „Viele Hände, gutes Ende“, ein Teil des Herzteams am HKZ Rotenburg

