HKZ führt moderne Linksschenkel-Stimulation ein

Neue Herzschrittmachertherapie verbessert Versorgung von Menschen mit Herzschwäche

Das Herz- und Kreislaufzentrum (HKZ) in Rotenburg erweitert sein Behandlungsangebot um eine besonders moderne Form der Herzschrittmachertherapie: die sogenannte Linksschenkel-Stimulation (LBBP). Mit diesem Verfahren stärkt das HKZ die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen und zählt damit zu den wenigen spezialisierten Zentren in Hessen, die diese Technik anbieten.

Natürlicherer Herzschlag durch gezielte Stimulation
Ein herkömmlicher Herzschrittmacher gibt elektrische Impulse ab, um das Herz zum Schlagen anzuregen. Dabei wird der Herzmuskel oft nicht ganz im natürlichen Takt aktiviert. Die Linksschenkel-Stimulation geht einen Schritt weiter: Sie nutzt gezielt das körpereigene elektrische Leitungssystem des Herzens. Die Sonde wird so platziert, dass der Herzschlag möglichst nahe an der natürlichen Erregungsleitung ausgelöst wird. Dadurch schlagen beide Herzkammern wieder gleichmäßiger und koordinierter.Das kann die Pumpleistung des Herzens verbessern und Beschwerden wie Luftnot oder eingeschränkte Belastbarkeit verringern.
„Unser Ziel ist es, die Herzaktivierung so natürlich wie möglich nachzubilden“, erklärt Oberarzt Dr. med. Khalid Al-Owaimer, Leiter der Rhythmuschirurgie am HKZ. „Gerade für Menschen mit Herzschwäche kann das spürbare Vorteile im Alltag bringen.“

Sicherheit durch Herzteam und Hybrid-OP
Die neue Technik wird am HKZ im modernen Hybrid-OP durchgeführt. Dort arbeiten Kardiologie und Herzchirurgie eng zusammen. Das bedeutet: Sollte es bei komplexen Eingriffen oder späteren Korrekturen zu besonderen Herausforderungen kommen, steht jederzeit ein erfahrenes Herzteam bereit. Auch schwierige Sondenwechsel oder -entfernungen können hier sicher durchgeführt werden.

„Der große Vorteil für unsere Patientinnen und Patienten ist die unmittelbare Zusammenarbeit im Heart Team“, betont Chefarzt PD Dr. med. Bushnaq. „So können wir höchste Sicherheit und eine lückenlose Betreuung gewährleisten.“
Ergänzend ist hervorzuheben, dass die hochspezialisierte Leistung der Device-Extraktionen mit komplexen Techniken traditionell und fachlich eine Domäne der Herzchirurgie darstellt. Insbesondere bei langjährig implantierten Systemen, komplexen Sondenverläufen oder erhöhtem Risikoprofil der Patientinnen und Patienten erfordert die sichere Durchführung ein hohes Maß an operativer Expertise sowie die unmittelbare Verfügbarkeit herzchirurgischer Interventionsmöglichkeiten. Die Einbettung dieser anspruchsvollen Verfahren in ein herzchirurgisches Setting gewährleistet somit maximale Patientensicherheit und Versorgungsqualität.

Teil des Netzwerks „Herzschwäche Hessen“
Das HKZ ist Partner im regionalen Versorgungsnetzwerk „Herzschwäche Hessen“. Ziel ist es, moderne Therapien gebündelt und wohnortnah anzubieten. Mit der Einführung der Linksschenkel-Stimulation erweitert das HKZ dieses Angebot um eine innovative und wissenschaftlich gut untersuchte Behandlungsmöglichkeit. 

Blick nach vorn
Die Einführung der neuen Technik ist das Ergebnis intensiver Vorbereitung und enger Zusammenarbeit zwischen Kardiologie und Herzchirurgie. Das HKZ möchte damit die Versorgung von Menschen mit Herzschwäche in der Region weiter verbessern – mit moderner Technik, hoher medizinischer Qualität und einem klaren Fokus auf Lebensqualität.

Bildunterschift: Ein Team in der Schrittmacherambulanz des HKZ Rotenburg | V.l.n.r: Cordula Moog (Assistentin Rhythmologie), Claudia Brandau (Assistentin Rhythmologie), Anas Hatem (Oberarzt Rhythmologie), Khalid Al-Owaimer (Oberarzt Herzchirurgie)